Holetschek/Pohl: Sudetendeutscher Tag in Brünn Zeichen gelebter Völkerverständigung
PRESSEMITTEILUNG vom 21.05.2026
80 Jahre nach der Vertreibung der Sudetendeutschen aus ihrer Böhmischen Heimat findet der Sudetendeutsche Tag erstmals in Tschechien statt. Ein Ereignis mit hoher Symbolkraft und zugleich Ausdruck jahrelanger intensiver Bemühungen von Tschechen und Bayern um Aufarbeitung, Aussöhnung und Verständigung. Klaus Holetschek, Fraktionsvorsitzender der CSU im Bayerischen Landtag und sein Kollege Bernhard Pohl, Erster Stellvertretender Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler, haben daran über viele Jahre intensiv mitgearbeitet. Beide haben Vertriebenenhintergrund: Holetscheks Familie stammt aus Marienbad, die von Pohl aus dem Adlergebirge.
Wie jedes Jahr wird Bernhard Pohl den Sudetendeutschen Tag von Freitagabend bis Sonntag besuchen. Er würdigt die Einladung der tschechischen Seite zur Durchführung des 76. Sudetendeutschen Tages in Brünn als großartige Friedensgeste: „Ich war dabei, als am 04. Dezember 2014 die damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer für Bayern und Petr Necas die Bayerische Vertretung in Prag eröffnet haben. Ich war danach noch den ganzen Tag mit dem Abgeordneten Lukáš Pleticha aus Gablonz an der Neiße im Parlament. Wir waren beide überwältigt. Der Sudetendeutsche Tag in Brünn wird ein weiterer Meilenstein in dem Bestreben sein, Brücken zwischen Bayern und Böhmen, der alten und der neuen Heimat zu bauen, die von wechselseitiger Schuld und schlimmen Verbrechen geprägte Vergangenheit aufzuarbeiten und darauf eine enge Partnerschaft zu entwickeln“, betont Bernhard Pohl.
Klaus Holetschek stellt zunächst die Initiative des Festivals Meeting Brno heraus, die die Einladung an die Sudetendeutsche Landsmannschaft initiiert hat. Er sieht aber auch die Notwendigkeit, mit einem parlamentarisch klaren Bekenntnis den Bestrebungen politischer Kräfte vom rechten und linken Rand in Tschechien entgegenzutreten: „Mit unserem Dringlichkeitsantrag der Regierungsfraktionen CSU und Freie Wähler stellen wir uns klar auf die Seite von Erinnerung, Aufarbeitung und Versöhnung, die uns mit weiten Teilen des tschechischen Parlaments und insbesondere auch der tschechischen Bevölkerung eint. Der Besuch des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder als Schirmherr der Sudetendeutschen beim Sudetendeutschen Tag in Brünn ist ein ebenso starkes Zeichen wie die Einladung des tschechischen Staatspräsidenten Petr Pavel im Anschluss daran an den Ministerpräsidenten. Wir stehen für eine stabile Partnerschaft zwischen Bayern und Böhmen in einem starken geeinten Europa. Wir haben die Chancen genutzt, die der Fall des Eisernen Vorhangs im Jahre 1990 eröffnet hat und werden alle Bestrebungen entschieden bekämpfen, die eine Rückkehr in alte Zeiten zum Ziel haben. Der Prozess von Aussöhnung und Völkerverständigung zwischen beiden Ländern ist unumkehrbar“, stellt Holetschek fest.
Holetschek und Pohl betonen gleichermaßen, dass die Neuausrichtung des Verhältnisses von Bayern und Tschechien ein wichtiger Beitrag zum Frieden in Europa ist. „Wir setzen hier ein Zeichen in einer Zeit, die geprägt ist von internationalen Spannungen bis hin zu einem Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt. Unsere Werte lauten Frieden und Völkerverständigung. Wir senden damit auch ein klares Signal der Stärke nach Moskau“ erklärt Holetschek. Pohl ergänzt: „Die notwendige Rückgewinnung militärischer Stärke und der Aufbau von Beziehungen auf der Basis gemeinsamer Werte sind zwei Seiten einer Medaille. Wir danken auch den Vertriebenenverbänden in Deutschland und den zivilgesellschaftlichen Organisationen in Tschechien, die hier sehr wertvolle Basisarbeit leisten. Vom diesjährigen Sudetendeutschen Tag wird eine Botschaft des Friedens, nicht der Spaltung ausgehen.“
