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Allgäuer Landtagsabgeordneter über Pressemitteilung von Pschierer und Holetschek verwundert

Der für Bad Wörishofen zuständige Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (Freie Wähler) hat mit großer Verwunderung die Pressemitteilung seiner Kollegen Franz Josef Pschierer und Klaus Holetschek zum zukünftigen Ausbau der Bahnstrecke Bad Wörishofen-Türkheim und zu Verbesserungen im Schienenverkehr zur Kenntnis genommen. „All das, was in der Pressemitteilung steht, habe ich gemeinsam mit Bürgermeister Paul Gruschka und mit Staatsminister Josef Zellmeier am 6. Juni 2018 besprochen. Ich habe dies in einer mit Zellmeier abgestimmten Pressemitteilung am 27. Juli bereits öffentlich gemacht. Die Informationen der Kollegen besitzen somit keinerlei Neuigkeitswert“, kritisiert Pohl. Aus seiner Sicht geht es vorrangig für die Zukunft um zwei Punkte: Die komplette Barrierefreiheit und die Elektrifizierung. Ersterer wird erst dann möglich sein, wenn die Bahn die richtigen Züge bestellt. „Ich bin über das neue Zugmaterial alles andere als glücklich. Die alten Niederflurzüge wären für die Übergangszeit jedenfalls besser gewesen. Gemeinsam mit einer Anhebung der Bahnsteighöhe hätten wir so mit vertretbarem Aufwand eine komplette Barrierefreiheit hinbekommen. Die Neigetechnikzüge mögen zwar etwas schneller sein, haben aber den Nachteil, dass sie den Ausstieg nur mit Stufen ermöglichen. Zwar kann Menschen mit Mobilitätseinschränkungen über Hublifte und Begleitpersonal in Zügen geholfen werden. Ich erkenne diese Verbesserung durchaus als positiv an. Allerdings hilft dies Menschen mit Gepäckstücken wenig, insbesondere dann, wenn sie älter sind. Sie tun sich mit den Neigetechnikzügen erheblich schwerer als beim herkömmlichen Zugmaterial“, bedauert Pohl. Dennoch erkennt er den von Staatssekretär Zellmeier genannten Fortschritt, der zum Jahresende eintritt, als durchaus positiv an. „Der Einsatz von Bürgermeister Paul Gruschka und mir in der Vergangenheit hat sich gelohnt. Es gibt Verbesserungen. Das muss man in Richtung auf die Bahn und das neu geschaffene Bau- und Verkehrsministerium lobend hervorheben“, so Pohl weiter.

Die schnelle Elektrifizierung von Türkheim nach Bad Wörishofen sei nicht nur wünschenswert, sondern eigentlich mit einem geringen Kostenaufwand im Zuge der Elektrifizierung der Strecke München-Memmingen-Lindau möglich. Sie sei aber im Ausbauplan nicht vorgesehen, weswegen es keine kurzfristige Realisierung geben werde. „Es ist eigentlich ein Armutszeugnis, dass man eine derart wichtige Maßnahme nicht dann in Angriff nimmt, wenn ohnehin gebaut wird. Bei den Gesamtkosten der großen Maßnahme wäre diese kleine Zusatzstrecke nicht ins Gewicht gefallen. Wir müssen in der Politik bei Projektplanungen insgesamt umdenken und den gesamten Raum, nicht nur eine Strecke betrachten. Dann wären solche Schildbürgerstreiche zukünftig vermieden“, blickt Pohl in die Zukunft. Eine Kritik an die neue Verkehrsministerin Ilse Aigner und Staatssekretär Josef Zellmeier möchte er jedoch dadurch nicht sehen. „Zum einen ist hier der Bund zuständig, zum anderen sind beide erst kurz im Amt. Dennoch müssen wir für künftige Projekte eine andere Herangehensweise finden. Vielleicht führt dies auch dazu, dass die Strecke von Türkheim nach Bad Wörishofen außerplanmäßig und damit früher elektrifiziert wird, als dies mit herkömmlichen Planungen der Fall ist“ hofft Pohl. Bis es soweit sei, müsse allerdings die
Technik mit Hybridfahrzeugen rasch erprobt und schnell praxistauglich gemacht werden. Der Abgeordnete fordert darüber hinaus, dass die künftig für Bad Wörishofen vorgesehenen Triebwagen in Türkheim „geflügelt“ werden. Darunter versteht man, dass die Wagons von München bis Türkheim im Hauptzug mitfahren und dann abgekoppelt werden. „So erspart man es Bahnreisenden und insbesondere auch den Kurgästen, in Türkheim auf einen anderen Zug umzusteigen. Sie können sitzenbleiben und umsteigefrei nach Bad Wörishofen gelangen. Ein erheblicher Gewinn für alle Reisende, insbesondere auch die mit Mobilitätseinschränkungen. Das macht die Bahn attraktiver!“, schließt Pohl mit einem Appell an die Bayerische Eisenbahngesellschaft. Er kündigt an, gemeinsam mit Bürgermeister Paul Gruschka seinen Einsatz für eine bessere, komfortablere und insbesondere barrierefreie Erreichbarkeit der Kurstadt mit der Bahn fortzusetzen und zu intensivieren. „Sollten die Freien Wähler nach der Landtagswahl im Oktober mit an der Staatsregierung beteiligt sein, werden wir diesen Themen hohe Priorität geben. Ich werde alles daransetzen, dass das Allgäu und das angrenzende Oberschwaben nicht weiter das größte Dieselloch Deutschlands sind und die Reisenden von und nach Bad Wörishofen möglichst optimale Bedingungen bei der Bahn vorfinden“, so Pohl abschließend. Bildunterschrift: Bürgermeister Paul Gruschka (links) mit MdL Bernhard Pohl (2.v.l.) und Staatssekretär Josef Zellmeier. Mit im Bild ist auch Verkehrsministerin Ilse Aigner, die an dem Gespräch nicht teilnahm.

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